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Another World

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Reviewautor: Ark
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Genre: Jump and Run, Action
Größe: 24 MBit
Vertrieben von: Interplay
Entwickler: Delphin Software
Spieler: 1
Level: ein großes Areal
Schwierigkeitsgrade: schwer
Features: Passwörter

Als 2008 der große Hadronen-Beschleuniger in Cern in Betrieb ging befürchteten viele, dass es ein schwarzes Loch erzeugen und somit die Erde verschlingen würde. Dabei gibt es diese Art von Beschleunigern wie Partikelbeschleuniger schon seit einigen Jahren und es ist nie etwas passiert. Was allerdings passieren könnte, zeigt zumindest Interplay in ihrem Spiel Another World, bzw. Out of this World, wie es in den USA heißt.

Man schlüpft in die Rolle des Lester Knight Chaykin, einem Physiker, der in seinem Labor ein Experiment führen möchte. Theatralisch passenderweise natürlich in der Nacht, während es auch noch stürmt. Nach einem sehr eindrucksvollen Intro sieht man, dass ein Blitz in das Labor einschlägt, ein Teil der Elektrizität in den Teilchenbeschleuniger eindringt und dort für einen katastrophalen Ausgang des Experiments sorgt: Lester wird von reiner Energie eingefangen und in eine Alien-Welt transportiert! Prompt landet er in einem Wasserbecken, womit das Spiel auch beginnt und man sofort an die Oberfläche schwimmen muss, um nicht abzusaufen, sonst ist das gerade begonnene Spiel auch schon wieder vorbei.

Another World erinnert am Anfang stark an Flashback, da es dieselbe Grafik und auch Spielstil verwendet. Allerdings hat Flashback bessere Animationen und allgemein eine bessere Grafik zu bieten und spielt sich auch deutlich besser. Another World ist dagegen ein recht kurzes Abenteuer, welches wirklich hammerhart ausgefallen ist. So gut wie in jedem Bildschirm muss man aufpassen, dass man nicht in eine Falle tappt, von einem außerirdischem Tier erlegt wird oder einem der auf diesem Planeten lebenden unfreundlichen Wesen begegnet. Diese sehen zwar primitiv aus, sind aber mit Laserwaffen bewaffnet. Ziemlich am Anfang, nachdem man gefangen genommen worden ist und fliehen kann, findet man eines dieser Laserwaffen. Das ist für den Rest des Spieles auch der einzige Gegenstand, den man benutzen kann. Interessant ist, dass es auf dem Bildschirm keinerlei Anzeigen wie Gesundheitsbalken, Munition etc. gibt. Allerdings ist dies auch nicht nötig, da man eh bei einem einzigen Treffer das zeitliche segnet. Dasselbe gilt auch, wenn man in Stachel oder aus großer Höhe fällt. Zum Glück sind die Rücksetzpunkte im Spiel fair verteilt, so dass man nie größere Bereiche erneut spielen muss. Abgesehen davon bekommt man für alle Rücksetzpunkte auch ein kurzes Passwort, damit man genau dort wieder beginnen kann.
Die virtuellen Tode sind wie in Flashback in besonderen Situationen mit eigenen Cutscenes bestückt und sehen super aus.

Durch den erwähnten fehlenden HUD sollte man die Leuchte an der Waffe übrigens gut im Blick behalten, da diese irgendwann sich rot färbt und signalisiert, dass die Munition zur Neige geht, was man unbedingt vermeiden müsste da man sonst schnell nicht mehr weiterkommt. Denn abgesehen vom Erledigen der Gegner benutzt man die Waffe sehr oft zum sprengen von Mauern, um dadurch weitergehen zu können. Immerhin gibt es einige wenige Stationen, wo man die Waffe nachladen kann.

Die Atmosphäre im Spiel ist unheimlich und passt ziemlich gut zum düsteren Setting. Vor allem der Anfang mit dem auflauerndem Raubtier ist Kult geworden und selbst nach Jahren bekommt man noch ein Herzpochen, wenn man zum ersten mal im Spiel vor dieser Kreatur davonläuft. Leider gibt es nur wenige dieser Momente.



Besonderes:
Das Spiel erschien 1991 zuerst für den Amiga und wurde von Eric Chahi ganz alleine entwickelt. Für die Animationen der Spielfiguren nahm er sich selber auf und übertrug das ganze per Rotoskopie-Verfahren digital ins Spiel. Während der Entwicklung übertrug sich sogar seine emotionale Stimmung ins Spiel. Die Spielfigur ist ganz am Anfang alleine und für sich gestellt, das kam dadurch zustande, dass Eric versuchte, ganz alleine ein Spiel auf die Beine zu stellen.
Bevor Eric dann Interplay als Publisher fand, hatte er auch ein Angebot von Virgin Interactive, diese verlangten jedoch die Umgestaltung des Spieles in ein Point-and-click-Adventure, aber die vorangegangen Mühen von Eric waren zu groß um das Spiel komplett zu überarbeiten, daher nahm er Interplays Angebot an.

Übrigens: Nintendo verlangte, dass aus dem Spiel Blut und Blutähnliche Grafiken zensiert wurden. Außerdem wurden die nackten Alien-Frauen in einer Szene etwas verändert (Die Po-schlitze wurden entfernt sowie eine Brust...).

Das Spiel wurde in den USA in Out of this World umbenannt, da zum Release des Spieles dort bereits eine Sitcom mit dem Namen Another World lief. Lustigerweise kam aber zum Release des Spieles eine neue Sitcom raus, die ebenfalls Out of this World hieß!

BEWERTUNG

Grafik:
Es ist erstaunlich zu was der SNES fähig ist, auch wenn die Figuren vor allem in den Cutscenes eigenartig wirken. Dafür ist das Spiel schön gezeichnet und bietet flüssige Animationen. Bei Schusswechsel mit zwei oder mehreren Gegnern wird der SNES aber doch in die Knie gezwungen und es kommt zu heftigen Rucklern.

Sound:
Der Sound ist an sich sparsam eingesetzt, aber man hört ab und zu mal die Aliens in ihrer eigenen Sprache brabbeln. Auch gibt es Sounds, wenn beispielsweise Steine von der Decke fallen oder typische Lasergeräusche. Alles in allem ganz in Ordnung.

Musik:
Die Musik ist düster und sehr passend. Während in den Außenleveln und Höhlen Jungle-Ähnliche Musik klingt, hört man in den Festungen der Aliens mehr Cyber-Artige Musik.

Gameplay:
Another World spielt von der Seite und hat keine abschließbaren Level an sich, man kommt Bildschirm für Bildschirm weiter (oder auch wieder zurück). Es ist schade, dass das Spiel recht kurz ist, da vor allem der Alienplanet viel Potential zum Erkunden bietet. Daher hat die Spielfigur auch kaum Bewegungsmöglichkeiten als gehen, laufen, springen und schießen. Außer der Laserwaffe gibt es keine Gegenstände, die man benutzen könnte. Man kann sich nicht an Abgründen entlang hangeln oder sich wie in Flashback rollen und dann schießen.

Der Schwierigkeitsgrad ist nicht gerade einfach. Dabei geht es weniger um die Gegnermenge, sondern vielmehr, wie man bestimmte Abschnitte richtig meistert. Timing ist das wichtigste. Da die Steuerung der Spielfigur viel zu hakelig ist, wird man viele Abschnitte oftmals wiederholen müssen.

Dauerspaß:
Durch die oben beschriebene ungenau Steuerung kann Frust aufkommen, vor allem wenn mehrere Gegner auftauchen und man ohnehin mit einem einzigen Treffer stirbt. Anderseits kann man sich, wenn man schwierige Passagen übersteht, darauf freuen, neue Abschnitte zu sehen. Das wiederum motiviert ein wenig.

Fazit:
Another World ist ein überdurchschnittliches Spiel mit einigen Schwächen, wenig Umfang und noch wenigen Interaktionsmöglichkeiten. Es ist für geübte und geduldige Spieler empfehlenswert. Wer die Wahl zwischen Flashback und Another World hat, sollte allerdings zu Flashback greifen.

Grafik: 7
Sound: 7
Musik: 7
Gameplay: 6
Dauerspaß: 6
Gesamtwertung 6.8