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Ultima The Black Gate

Diskussion in Forum: -
Reviewautor: Horst_Sergio
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Genre: Rollenspiel, Action
Größe: 8 MBit
Vertrieben von: FCI, Inc.
Entwickler: Origin
Spieler: 1
Level: eine große Welt mit diversen Dungeons und Städten
Schwierigkeitsgrade: ansteigend, hoch
Features: Batterie

Die verflixte siebte Runde

Viele, viele Jahre sind verstrichen, seitdem der Avatar Britannia seinen letzten Besuch abstattete. Es herrschte lange Zeit Frieden. Wann immer das Land in Not geriet, war es stets an Lord British, einen Helden aus einer anderen Welt herbei zu rufen und um Hilfe zu bitten. Bereits sechs mal öffnete sich das Portal, welches den Avatar aus unserer Welt nach Britannia beförderte. Sechs mal musste der Avatar dem König aus der Patsche helfen. Sechs mal erwies sich der Avatar als großer Held. Nun öffnet sich das Portal ein siebtes mal, denn ein neue Macht schickt sich an, über Britannia herrschen zu wollen. Als der Avatar in Britannia eintrifft, fällt er direkt Sir Iolo in die Arme - einem seiner vielen engen Freunde und Begleiter vormaliger Reisen. Doch der Gute ist ganz schön in die Jahre gekommen. Verstrichen für den Avatar in unserer Welt lediglich wenige Tage oder bestenfalls Wochen, so sind in Britannia mal eben 200 Jahre vergangen!

Iolo wie auch seine Kumpane sind dem Avatar keine große Hilfe mehr. Keine Party mehr im Mittelalter, keine fröhliche Fahrt mit Lagerfeuerromantik und freudigem Aufteilen verwertbarer Beute. Der Avatar steht dieses mal ganz eigenverantwortlich und alleine da und macht sich auf, die missliche Lage zu erörtern. Erster Anlaufpunkt ist eine Gruppierung names The Fellowship - eine Mischung aus Gilde und Kirche, die sich angeblich um die Sorgen und Nöte der Bewohner kümmert und andererseits in den Städten ganz kräftig nach neuen Mitgliedern fahndet. Jedoch zweifeln genug Einwohner Britannias an der Fellowship; ein zwiespältiger Ruf eilt der Gruppierung voraus. Zu tun gibts auch sonst reichlich. In den Städten lungern genug NPCs rum, die einen mit aufreibenden Nebenaufgaben versorgen. Fallen die Kämpfe dieses mal eher simpel und actionlastig aus, so bleiben die Gespräche mit den NPCs tiefgreifend. Es gibt weder einen Kompass noch ein Log, was einem bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen behilflich wäre, doch immerhin gibts eine Karte, die einem den aktuellen Aufenthaltsort und die Namen sämtlicher Städte von Britannia verrät. Ansonsten muss sich all seine Infos mühsam zusammenklauben und bestenfalls auf Papier niederschreiben. Das ist wiederum Old-School-RPG-Gameplay vorm Herrn.

Vom Design her kann die Welt gefallen. Es gibt zig individuelle NPCs in den insgesamt 16 Städten. Zudem gibts haufenweise Dungeons und weitere einzigartige Schauplätze in der frei begehbaren Welt. Wer die Vorgänger kennt - insbesondere den direkten Vorgänger The False Prophet - der wird es einerseits einfach haben, sich in der Welt zurecht zu finden, andererseits auch merken, dass das Areal an sich wesentlich kleiner gehalten ist und die Laufwege somit kürzer ausfallen. Theoretisch könnte man von einer spielerisch recht runden Mischung aus The False Prophet und Runes Of Virtue 2 sprechen. Theoretisch deshalb, weil Runes Of Virtue 2 lediglich ein Nintendo-exklusives Spin Off der Reihe war und nicht in der üblichen Tradition und Geschichte von Ultima steht. Jedoch wurde auch dieser Teil von Origin entwickelt und via FCI auf das SNES losgelassen. Denkbar, dass sich Origin bei der recht freien Portierung des PC-Spiels bewusst ein wenig stärker an das Spin Off gehalten hat.

Kleine Schönheitsfehler sind inbegriffen: The Black Gate ist ambitioniert, aber der Einstieg geht relativ schwierig vonstatten - selbst die kleinsten Gegner sind erstmal ne übermächte Plage, doch der Avatar lernt rasch und die Levelaufstiege machen sich umgehend bemerkbar. Der Umgang mit dem Inventar ist zunächst auch verzwickt, geht dann nach etwas Einübung aber gut von der Hand und ist vor allem nicht so erschlagend wie das Menü von The False Prophet. Das Game wirkt in Aktion etwas unrund, vor allem macht sich die etwas hakelige Steuerung auf dem Schlachtfeld negativ bemerkbar und lässt das Spiel mitunter schwerer erscheinen, als es tatsächlich ist. Kurz gesagt: Der Avatar rennt nur zu gerne ungebremst ins Verderben. Gottlob hat man aber stets die Möglichkeit zu speichern und auch Heilmittel gibts zuhauf, so dass man nicht ganz mittellos dasteht.


BEWERTUNG

Grafik:
Die Grafik ist weniger eine technische Offenbarung, sondern vielmehr stilsicher umgesetzt. Die schräge Perspektive an sich hat deutlichen Wiedererkennungswert. Die Welt wirkt düsterer als zuvor und die Ortschaften - vor allem die Städte - sind nett ausgearbeitet. Am besten gefallen aber die dutzenden, verschiedenen und ausdrucksstarken NPC-Gesichter während der Gespräche.

Sound:
Biederer Durchschnitt, nicht mehr, nicht weniger

Musik:
Musikalisch hinkt The Black Gate deutlich dem Vorgänger The False Prophet hinterher. Das Fehlen des klassischen Ultima-Themes ist eigentlich unverzeihlich. Ein paar nette Stücke sind aber dennoch dabei.

Gameplay:
Einerseits gefällt The Black Gate, da es simpler und zugänglicher gestrickt ist, als der bewusst unkomfortable und kantige RPG-Koloss The False Prophet, andererseits ist es auch extrem schade, dass der Avatar nicht mehr von ner Truppe kampfeslustiger Rittersmannen begleitet wird. Die actionorientierte Steuerung braucht viel Einarbeitung und funktioniert leider nicht immer präzise - die Handhabung ist jedoch besser gelungen, als in Runes Of Virtue 2.

Dauerspaß:
The Black Gate kann sich entfalten, aber der Spieler muss trotz relativ eingängigem Gameplay genug Belastbarkeit mitbringen. Anfänglich ist das Spiel sehr schwer und da einem keine Hinweise geliefert werden, ist nicht nur Geschick, sondern auch Aufmerksamkeit gefordert. Hat es erstmal Klick gemacht, dann lässt einen The Black Gate nicht mehr los.

Fazit:
Alles andere als einfach zu knacken! Zu Beginn wirkts uneingängig, schlecht ausbalanciert und auch unfair, aber mit viel Geduld und Einarbeitung offenbart sich eine sehr stimmige Welt mit vielen, abwechslungsreichen Aufgaben, netten Schauplätzen und zynischen Bewohnern. Als konsequente Mischung aus Runes Of Virtue 2 und The False Prophet ist The Black Gate durchaus gelungen, jedoch übernimmt es nicht nur die positiven Elemente beider Games, sondern erlaubt sich auch einige Fehltritte, über die man hinwegsehen kann. The Black Gate ist zudem der Teil der Reihe, der zumindest als US-Version am schwierigsten aufzutreiben und dann wahrscheinlich auch am teuersten ist. In jedem Fall ist es ratsam, zuvor The False Prophet anzutesten, da jener Teil schlichtweg die beste Umsetzung auf dem SNES darstellt.

Grafik: 7.5
Sound: 5.5
Musik: 5.5
Gameplay: 7.5
Dauerspaß: 7.5
Gesamtwertung 7.5