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Doom

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Reviewautor: Horst_Sergio
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Genre: Action, Shooter
Größe: 16 MBit
Vertrieben von: Ocean
Entwickler: Sculptured Software
Spieler: 1
Level: 3 Episoden mit insgesamt 22 Levelkarten
Schwierigkeitsgrade: 5 wählbar
Features: -

Letzter macht das Licht an!

In alten Krimifilmen war es immer so, dass, wenn das Licht ausging, etwas schlimmes passierte. In DOOM - dem ewigen Vorzeigespiel der Horror- und Egoshooter - ist die Beleuchtung nur eher selten an. Kein gutes Omen, oder?

Auf vielerlei Weise wurde das Spielprinzip des PC-Klassikers von id Software kopiert, auf andere Systeme übertragen, angepasst und neu aufgelegt. Obwohl es reichlich Games gab, die einen ähnlichen Weg gingen, konnte keines davon an der atmosphärischen Dichte der Horror-Shooter-Blaupause rütteln. DOOM ist purer, unverfälschter Terror in spielbarer Form, angereichert mit einer dünnen, jedoch passgenauen Geschichte, die deutlich beim Sci-Fi-Kultfilm Aliens: Die Rückkehr abkupfert. Auf dem Mars und seinen beiden Monden Phobos und Deimos hat die UAC-Corporation Basen errichtet, fördert neue Rohstoffe in Fabriken und betreibt intergalaktische Forschung. Eines Tages bricht der Kontakt zu den Bewohnern und Arbeitern der drei Basen ab. Irgendwas muss vorgefallen sein. Die UAC schaltet die Space Marines ein, die sich die Sache näher anschauen sollen. Die Nachhut in Form des Spielers wartet brav im Hangar auf die Rückkehr seiner Kumpels, doch blöd: Es kommt keiner zurück! Also muss der Spieler selbst nachsehen, was da los ist und stellt sogleich fest, dass lediglich blutdurstige Dämonen, mordgierige Monster und willenlose Zombies in der Basis rumlungern. Ergo: Durchladen und ab dafür!

Spielerisch liefert Doom eine ganze Palette an Möglichkeiten: Alle Buttons des SNES-Gamepads werden dank Aktionen wie ballern, Türen öffnen, Schalter aktivieren, rennen, Waffen wechseln oder seitwärts laufen komplett benötigt. Alle spielerischen Optionen des PC Vorbilds sind ebenso in der SNES-Variante enthalten, was schon mal sehr löblich ist. Jedoch funktioniert die Steuerung nicht immer hundertprozentig exakt und präzise. Auf der Originalhardware macht sich das Steuerkreuz durchaus ein wenig schwammig bemerkbar; via Emulator hingegen zickt das Spiel wie ein kleines Gör, dem man die Süßigkeiten geklaut hat - einigermaßen punktgenaues Zielen und Manövrieren wird hier zur Kunst. Spaß macht das nicht. Auf dem SNES kann man nach kurzer Eingewöhnung sogar damit (über-) leben.

Technische Einbuße im Vergleich zum großen Vorbild gibts: Das Spiel ruckelt hier und da und das Tempo fällt mitunter merklich die Kellertreppe hinunter. Die Grafik an sich kann, rein vom Detailgrad her, mit der des PC-Spiels natürlich nicht mithalten. Die grellbunten Boden- und Deckentexturen der Originalversion fallen - wahrscheinlich aufgrund der technischen Leistungsfähigkeit der Konsole - meist der Schere zum Opfer und sind oftmals durch graduelle, aber stets düstere Farbverläufe ersetzt worden. An den Wänden gibts es meist schicke und vorzugsweise stimmungsvolle Texturen zu sehen. Ob die, teils unter freiem Himmel angelegten, Basen nun halb verwittert, von Kletterpflanzen überrankt oder von hirnartiger Masse geziert sind: DOOM wirkt in jeglicher Hinsicht finster und befremdlich. Interessant und unumstößlich bleibt der Fakt, dass DOOM als Projekt gelungen ist, den Shooter ohne allzu große Abstriche auch auf dem SNES zum Laufen zu bringen.

Besser sogar als auf dem PC fällt der druckvolle Sound aus. Die Kompositionen bleiben wie im Original bestehen, das Midigepiepse weicht allerdings donnernden Digidrums, virtuellen E-Gitarren und fiesen bis ätherischen Elektronicarrangements, die man heutzutage wohl unter dem Begriff Suspense zusammenfasst. Die Effekte der PC Variante wurden ebenso übernommen und mit ordentlich böllerndem Bass aufgemotzt. Die Shotgun poltert so noch einmal mehr.

Die technischen Limitierungen und architektonischen Änderungen der Level machen sich hin und wieder sogar als Atmosphäre-Bonus bemerkbar. Da vor allem in der zweiten der drei Episoden einige Level entfallen, sind teilweise auch die Secrets umarrangiert worden, womit auch Spezialisten teilweise erst mal am Leveldesign zu knuspern haben. Die Schlüsselsuche bleibt weiterhin wichtigster Bestandteil des Spiels, um den Ausgang betreten zu dürfen. Die Gegner können einen in der SNES Variante nicht hören und sind so lange auf ihrem Punkt auf der Karte festgenagelt, bis sie den Space Marine erblicken. Erst dann bewegen sie sich. Wenn der Spieler aus der Sichtweite der Gegner heraus gelangt, entwickelten diese ein nahezu unberechenbares Eigenleben. Sie folgten einem nicht immer blindlings, sondern marschieren munter durch die Korridore und bleiben an irgendwelchen, beliebigen Orten einfach stehen. So ergibt sich eine Art Katz-und-Maus-Spiel, das immer wieder für zusätzliche Überraschungen sorgt. Außerdem taucht der schwerste der fünf Schwierigkeitsgrade - der Nightmare-Modus - auf dem PC erst in Doom 2 auf. Dieser Schwierigkeitsgrad lässt tote Gegner beliebig reanimieren und verbietet die Nutzung von Cheatcodes. Im SNES-Pendant sind von Haus aus schon gar keine Cheats vorhanden. Die Gegner werden hier zwar nicht wiedergeboren, erhalten dafür aber mehr Trefferpunkte und rennen dank Turbo Boost wahnsinnig schnell, teils schneller als der Space Marine selbst, durch die dunklen Gänge.

BEWERTUNG:

Grafik:
An die technischen Möglichkeiten des SNES angepasst; die 3D-Grafik ist flott, die fiesen Sprites gefallen, die vorhandenen Texturen sehen gut aus. Jedoch ruckelt es teilweise.

Sound:
Tolle FX - die Monster machen sich schaurig schön bemerkbar und die Waffen knattern markerschütternd.

Musik:
Wunderbare Industrial-, Metal- und Electronicarrangements, teils druckvoll und dynamisch, teils ätherisch fies.

Gameplay:
Obwohl die Ballerei im Vordergrund steht, gefallen auch die labyrinthartig angelegten Levelkaren, die den Fortschritt immer wieder mit kleinen Rätseleinlagen erschweren. Spielerisch funktioniert DOOM nicht immer einwandfrei und es gibt deutliche Einschränkungen im Vergleich zur PC-Version. Wenn man sich erstmal an die Gamepadsteuerung gewöhnt hat, dann fallen die Gegner wie Fliegen.

Dauerspaß:
Es vergeht sicherlich einige Zeit, bis man alle Episoden auf hohem Niveau und mit einhundert Prozent gemeistert hat. Währenddessen wird man bestens von einer gutklassigen Portierung unterhalten, die keinen Hehl aus der technischen und visuellen Rationalisierung macht, und die auch der Einschränkungen zum Trotz richtig Spaß machen kann. Ein tolles Gefühl, wenn man alle Secrets gefunden hat und den dicken Oberhäuptern der Hölle in den Allerwertesten getreten hat.

Fazit:
Munitionsmangel in engen und düsteren Gängen - wie ein Alptraum aus tausendundeiner schlaflosen Nacht. Der unerbittliche Aufmarsch der Hölle endet in hammerhartem Gemetzel. Die SNES Variante ist trotz abgespeckter Optik und angepasster Mechanik gut spielbar und nicht weniger böse, als der große Bruder vom PC. Allein die Tatsache, die Level auf der ollen 16-MBit-Kiste zum Laufen zu kriegen, ist überhaupt schon genial.

Grafik: 8
Sound: 10
Musik: 10
Gameplay: 7.5
Dauerspaß: 8
Gesamtwertung 8