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Ninja Warriors

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Reviewautor: Ark
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Genre: Beat'em Up, Action
Größe: 12 MBit
Vertrieben von: Taito Corporation / Titus Software (Europa)
Entwickler: Natsume
Spieler: 1
Level: 8
Schwierigkeitsgrade: sehr schwer
Features: kein Zweispieler-Modus

Was tut man, wenn man in einem Land lebt, dessen Präsident böse ist und jegliche Freiheit militärisch unterdrückt? Tja, man versucht sich im Untergrund zu organisieren, die Regierung zu stürzen und die Freiheit wieder zu erlangen. Wenn es sein muss mit ein paar Cyber Ninjas, die dabei alle auf dem Weg in die Freiheit in den Hintern treten.

Was in der Realität leider nicht so einfach geht und man tyrannische Herrscher oftmals kaum wieder los wird, kann man wenigstens in dem Spiel versuchen, dem Volk die Freiheit wieder zu geben. Denn Präsident Banglar herrscht diktatorisch über das Land. Die Untergrundbewegung ist fast ausgelöscht, so dass sie keine Wahl mehr haben, als die Cyber Ninjas, welche sie im geheimen jahrelang entwickelt hatten, ohne einen Testlauf starten zu können, auf die Bösen Jungs zu hetzen.

So beginnt das Spiel auch, in dem man einen von drei Ninjas auswählen darf. Wie so oft gibt es einen mächtig starken Ninja, der praktischerweise auch lediglich Ninja heißt, der sehr stark ist, aber sich dafür sehr langsam bewegt und nicht springen kann. Im Gegensatz zu ihm gibt es einen sehr schnellen Kämpfer, der Kamaitachi heißt und Gegner mit schnellen Kombos fertig machen kann, dafür kann er keine Würfe ausführen. Und da ist dann noch die sexy Ninja-Lady (sofern man einen roboterhaften Cyborg als sexy bezeichnen kann…), die den ausgeglichenen Fighter darstellt. Sie heißt Kunoichi. Es kommt hier ganz auf den persönlichen Geschmack und Stil an, mit wem man spielen möchte.

Aber jeder Charakter hat eine ganze Reihe an Special Moves auf Lager, die bis auf wenige Ausnahmen bei jedem Charakter gleich ausgeführt werden. Neben normalen Schlägen und Tritten gibt es einfache Kombos, Würfe, Dash-Attacken sowie eine Spezial-Attacke, die nur ausgeführt werden kann, wenn die Leiste dafür sich aufgefüllt hat, wofür sie immer eine kleine Zeit benötigt (und man diese aufgesparte Energie auch verlieren kann, wenn man schwer getroffen wird). Diese trifft dann alle Gegner auf dem Bildschirm und fegt die schwächeren Feinde auch komplett weg. In späteren Leveln muss man sich schon genau überlegen, wann man diese Attacke benutzt, da der Schwierigkeitsgrad schnell zunimmt. Und erschwert wird das Ganze auch noch dadurch, dass man immer nur ein Leben hat, und wenn man den verliert, beginnt der Ganze Abschnitt von vorne, dafür aber kann man wieder einen anderen Kämpfer wählen, wenn man möchte und hat einige Continuouse. Ansonsten muss man eben gut darauf aufpassen, nicht zu viele Schläge einzustecken, da Energiecontainer wirklich selten in den Leveln verteilt sind und manchmal sogar vor einem Bosskampf nicht mal zur Verfügung stehen.

So kämpft man sich von Abschnitt zu Abschnitt, wo auch immer ein Endgegner am Ende wartet, welche übrigens recht abwechslungsreich und zum Teil echt cool ausgefallen sind. Während die ersten zwei oder drei Level noch einigermaßen leicht zu schaffen sind, werden die darauf folgenden Abschnitte richtig schwer, dass man sogar mal richtig Lust darauf bekommt, den Controller an die Wand zu werfen (macht das aber bloß nicht, gerade die Original-Controller werden seit langem auch immer teurer in Ebay und so :-D).
Dazu kommt, dass man jedes Level unter Zeitdruck schaffen muss. Das ist aber gar kein Problem, da man immer sehr viel Zeit hat. Die Entwickler wollten wohl verhindern, dass der Spieler in den ruhigen Phasen zu oft einfach stehen bleibt, damit sich die Spezialattacken-Anzeige füllt… denn wie so oft in solchen Spielen kann man immer dann weiterlaufen, wenn alle Gegner auf dem Bildschirm besiegt sind. Bewegt man sich dann nicht, erscheint das obligatorische „Go“-Zeichen, bzw. ein Pfeil, der anzeigt, dass man den Hintern bewegen soll!

Jetzt kommt etwas, was euch allen so gar nicht schmecken wird. Das Spiel ist actionreich, hat eine gar nicht mal so schlechte Musik, eine schöne Grafik und macht Spaß, sofern einem der Schwierigkeitsgrad nicht das Spiel vermiest. Da bekommt man doch gleich Lust, das Spiel mit einem Kumpel zu genießen, richtig? Falsch! Denn aus irgendeinem Grund haben die Entwickler darauf verzichtet, einen Zweispielermodus einzubauen und ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, warum, denn technisch wäre es sicher machbar gewesen. Gerade Beat’em Up Spiele möchte man zu zweit spielen.

Schade ist irgendwie, dass auf die Story des Spieles kaum noch Bezug genommen wird. Es heißt zwar am Anfang, dass die Ninjas noch nie zuvor getestet wurden, aber irgendwie scheint dies keine Auswirkungen auf das Spielgeschehen zu haben.

Besonderes:
Es gibt diverse Unterschiede zwischen allen drei Versionen des Spieles (also SFC, NTSC und PAL). Die amerikanische Version beinhaltet keine weiblichen Ninjas als Gegner, sie wurden durch männliche Gegner mit Krallen ersetzt, die aber kurioserweise einen pinken Outfit tragen. Die europäische Version läuft zudem etwas langsamer, was an der 50Hz PAL-Norm liegen dürfte. Und bei beiden Versionen (also PAL und NTSC) fehlt das grüne Blut (Öl?), den die Ninjas bei Treffern verlieren.

Außerdem basiert das Spiel auf dem Arcade-Klassiker The Ninja Warriors, welcher 1987 erschien und sogar einen Zweispielermodus hatte.

Übrigens wurde Kunoichi von der EGM (Electronic Gaming Magazine) 1993 in den sechsten Platz der Top 10 der besten kämpfenden Frauen in Videospielen gewählt.

BEWERTUNG

Grafik:
Die Grafik ist gut, da vor allem die Spielercharaktere gut gemachte Animationen haben. Die Standard-Gegner könnten besser aussehen, sind aber nicht schlecht. Auch die Hintergründe können sich sehen lassen und sind abwechslungsreich ausgefallen. Positiv fällt auf, dass die Sprites etwas größer zu sein scheinen als in den meisten Prügelspielen und dass das SNES dennoch nie in die Knie gezwungen wird.

Sound:
Der Sound ist für einen Kampfspiel okay, bietet aber auch einige sehr gute Effekte. Kann man als gelungen bezeichnen.

Musik:
Die Musik ist für einen Actionspiel gut gemacht und passt sehr gut ins Geschehen. Vielleicht nicht unbedingt ein Ohrwurm, aber dennoch gut anzuhören.

Gameplay:
Die Steuerung ist einfach und auch die Specialmoves kann man schnell verinnerlichen (da es ohnehin nicht viele sind). Im Grunde ist das Spiel einfach nur ein sauber programmiertes Beat’em Up (da sehr gute Kollisionsabfrage), das actionreich ist und viel Spaß machen kann. Der hohe Schwierigkeitsgrad kann allerdings sehr frustrieren und der fehlende Zweispielermodus enttäuscht sehr. Vom Spielablauf her hätte das Spiel aber ruhig abwechselnder sein können, da man eigentlich im Prinzip nur von links nach rechts läuft und alle paar Meter stoppt, um die Gegner aus dem Bildschirm raus zu prügeln, bevor es weitergehen kann.

Dauerspaß:
Das Spiel macht Spaß, aber irgendwann hat man einfach wegen der Härte des Spiels fast schon keine Lust mehr, vor allem wird alles unnötig dadurch erschwert, dass man immer ein einziges Leben pro Continue hat.

Fazit:
The Ninja Warriors ist ein ziemlich gut gemachtes Beat’em Up, das actionreich ist und viel Spaß macht, aber ein klein wenig monoton wirken kann, was das Leveldesign angeht. Eigentlich könnte man fast kaum über das Spiel meckern, wenn da nicht zwei größere Fehler gemacht worden wären. Nummer 1: Das Fehlen des Zweitspielermodus, welcher die größte Enttäuschung ist. Und Nummer 2: Der Schwierigkeitsgrad, was schon nach wenigen Leveln schon auf Normal sehr stark ansteigt und viele Spieler eventuell überfordern kann. Dennoch ein Spiel, was man sich mal anschauen könnte, und für Singleplayer sowas wie ein Must-Have.

Grafik: 8
Sound: 7
Musik: 7
Gameplay: 8
Dauerspaß: 7
Gesamtwertung 7.8