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Mighty Morphin Power Rangers

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Reviewautor: Sly Boots
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Genre: Jump and Run, Beat'em Up, Action
Größe: 16 MBit
Vertrieben von: Bandai
Entwickler: Natsume
Spieler: 1 (Versteckter 2-Spieler-Modus für Area 6+7)
Level: 7
Schwierigkeitsgrade: 1
Features: Passwörter

Die amerikanische Version einer japanischen Superhelden-Dauerserie – soweit alles klar?
Mighty Morphin Power Rangers oder auch einfach nur Power Rangers ist eine US-Amerikanische Superheldenserie, welche speziell fürs Kinderprogramm konstruiert wurde und mit Realschauspielern gedreht wurde bzw. wird, schließlich werden bis heute Nachfolgeserien zum Ranger-Konzept produziert. Was vielen jedoch nicht bewusst ist, dass es sich bei den Power Rangers lediglich um eine amerikanisierte Version der japanischen Originalserie handelt, welche den Namen „Super Sentai“ trägt. In Japan ist diese Serie extrem beliebt und läuft dort selbst heutzutage noch erfolgreich im TV. Dies gibt natürlich auch den amerikanischen Produzenten reichlich Material zum Anpassen. In der Regel werden die Action-Sequenzen eins zu eins übernommen, was bedeutet, dass nur die Jugend-Seifenoper/Comedy-Passagen neu produziert werden müssen – so sparen die lieben TV-Produzenten auch ordentlich Geld.

Bei einem derartigen Erfolg, versteht es sich freilich von selbst, dass reichlich Merchandising hergestellt wurde. Und dazu gehören natürlich auch Videospiele. Dementsprechend überrascht es nicht, dass die japanischen Entwickler und Produzenten von Natsume und Bandai Ende 1994 ein Super Nintendo-Spiel fabrizierten, welches auf der Erfolgswelle der Power Rangers mitschwimmen sollte. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob das Game was taugt, oder es sich um typischen Lizenzschrott handelt. Genau das wollen wir im folgenden Review herauszufinden.

Fünf Superhelden-Freunde
Im Spiel an sich gibt es keinerlei Bildschirmtexte, welche eine Handlung erzählen oder die Charaktere vorstellen könnten. Die Entwickler gehen also davon aus, dass man die zugrundeliegende TV-Serie kennt und weiß worum es geht. Vielleicht stehen ja auch ein paar Zeilen im Handbuch, welches mir jedoch nicht vorliegt. Da ich mir als Kind auch ein paar Folgen der Power Rangers reingezogen habe, hatte ich allerdings kein Problem damit, zumal die Story der TV-Vorlage ja ohnehin recht simpel ausfällt:

Eines Tages finden ein paar Astronauten auf dem Mond eine Art Mülltonne, welche sich als Gefängniszelle für die bööööse Alien-Hexe Rita entpuppt. Diese wurde vor 10.000 Jahren von ihrem Erzfeind Zordon eingekerkert, um ihren Eroberungsfeldzug durchs Universum einen Riegel vorzuschieben. Jetzt da sie wieder frei ist, trommelt sie freilich ihre Alien-Monster-Truppen zusammen, um ihren Feldzug wieder aufzunehmen. Was liegt da näher als mit der naheliegenden Erde zu beginnen? Aber Zordon, der in weiser Voraussicht eine geheime Basis auf der Erde errichtet hat, entwarf einige mächtige Artefakte und Kampfmechs, die dabei helfen können Ritas Angriffe zurückzuschlagen. Jetzt fehlen nur noch ein paar willige Erdlinge, die den Kampf aufnehmen. Und was wäre da schon cleverer, als für diese Aufgabe ein paar unbedarfte Jugendliche auszuwählen, mit denen sich die jungen Zuschauer besser identifizieren können, als mit ausgebildeten Soldaten, Kampfsportlern oder ähnlichen doofen Erwachsenen?

Und so müssen fortan fünf Schüler aus dem fiktiven Kalifornischen Städtchen „Angel Grove“ ihren Kopf als Power Rangers hinhalten. Die da wären der Sportler Jason (Roter Ranger), der Nerd Billy (Blauer Ranger), die verwöhnte Klischee-Tussi Kimberly (Pinker Ranger), die Quoten-Asiatin Trini (Gelber Ranger) und der Quoten-Schwarze Zack (Schwarzer Ranger). Und ja, die Farbzuteilung der Ranger ist nicht unbedingt politisch-Korrekt oder gar tiefgängig ausgefallen. Abseits ihrer neuen Superheldenverpflichtung müssen die fünf Freunde freilich auch ihren (Schul)alltag abwickeln und sich mit typischen Jugendlichen-Problemen befassen. Power Rangers ist nämlich keine reine Superheldenserie, sondern auch eine dieser generischen Jugendserien. Ob das gut oder schlecht ist, muss freilich jeder für sich entscheiden. Mir persönlich hat die Serie jedenfalls nie gefallen. Und für das SNES-Spiel ist dies alles auch eher irrelevant, da sich die Programmierer nicht bemüht haben Textboxen oder echte Zwischensequenzen einzubauen. Wer die Vorlage also nicht kennt, wird nichts dazu erfahren, was hier eigentlich abgeht. Da kann man auch von nem SNES-Spiel mehr erwarten.

Arg simpel aber irgendwie unterhaltsam – also ganz im Stil der TV-Serie
Da das Optionsmenü abgesehen von einer Mono/Stereo Auswahl und einer Passcode-Eingabe nichts anzubieten hat, kann man sich direkt ins Spiel stürzen. Power Rangers bietet sieben Level, welche hier „Area“ genannt werden. Mit Abschluss jeder Area bekommt man ein vierstelliges Zahlenpasswort, damit man nicht jedes Mal von Vorne beginnen muss.
Zu Beginn der ersten fünf Areas darf man sich einen der fünf Ranger aussuchen. Hierbei handelt es sich übrigens keineswegs um einen lahmen Sprite-Swap, nein, es macht tatsächlich einen Unterschied, welchen Charakter/Ranger man auswählt. Dabei versteht sich von selbst, dass der Sportler Jason, oder der Breakdancer Zack wesentlich schlagkräftiger sind als der Nerd Billy oder die Tussi Kimberly. In ihrer Rangerform sind hingegen alle fünf Jugendlichen recht effektiv. Aber auch hier macht die Wahl einen Unterschied. Die schwache Kimberly überrascht als Pinker Ranger nämlich mit einer Pfeil- und Bogen Fernkampfattacke, was sonst kein anderer Ranger zu bieten hat. Billies Speer hingegen bietet einen überraschend effektiven Komboangriff. Ein großer Reiz im Spiel liegt also darin alle fünf Charaktere/Ranger mal auszuprobieren und herauszufinden welcher einem am besten liegt. Somit wird der Wiederspielwert also nicht durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gegeben (welche es hier nicht gibt), sondern durch fünf verschiedene Spielfiguren mit eigenen Stärken und Schwächen.

Im Endeffekt läuft es aber auf Jason oder Zack hinaus, denn die anderen Kids sind einfach zu schwach, um gegen Ritas Putty-Horden in den späteren Areas zu bestehen. Ach ja, wer es noch nicht bemerkt hat: Die Areas sind in unterschiedliche Abschnitte unterteilt, und den ersten Abschnitt muss man immer als Mensch bestreiten. Erst am Ende des ersten Abschnitts morpht der Teenager in seine Power Ranger-Form. Aber bis dahin haben die schwachen Teens einfach schlechte Karten. Billy und Kimberly sind einfach zu langsam und haben obendrein eine geringe Reichweite. Probleme mit denen Jason und Zack nicht zu kämpfen haben. Trini fällt da ungefähr in die Mitte.
Jede Area gipfelt freilich mit einem Bosskampf, dessen Angriffsmuster man sich freilich einverleiben sollte, damit man gewinnen kann, bevor die beiden Extraleben verbraucht sind. Zusätzliche Extraleben lassen sich nämlich nicht hinzuverdienen und ein Continue versetzt uns lediglich zum Anfang der aktuellen Area. Diesbezüglich ist man durch die Passcodes aber ohnehin abgesichert. Hat man hingegen noch ein Extraleben, wird man nur zum letzten Checkpoint befördert, welche jedoch auch ziemlich weit voneinander entfernt liegen können.

Und ja, Power Rangers kann ein recht kniffliges Vergnügen sein. Vor allem Area 5 wird euch einiges Abverlangen und viele Anläufe benötigen. Eine größere Anzahl an Power Ups wäre jedenfalls nicht schlecht gewesen. Besagte Power Ups befinden sich in einigen wenigen zerstörbaren Umgebungsobjekten wie Mülltonnen oder Kisten und umfassen Medikits und Nahrungsmittel zur Regeneration des recht langen Heilbalkens, sowie Smartbomben. Sobald man als Power Ranger spielt, darf man nämlich auf Knopfdruck eine Bildschirmfüllende Superattacke lostreten. Dummerweise darf man immer nur eine Smartbombe mit sich führen. Es ist also sinnlos eine weitere einzusammeln, wenn man die Vorhandene noch nicht aktiviert hat. Aber trotz der arg sporadisch verteilten Power Ups bleibt das Spiel gut schaffbar, wenn man sich in den späteren Areas etwas reinhängt.

Wer es sich noch nicht denken kann: Bei Power Rangers handelt es sich in erster Linie um einen sogenannten Brawler, also ein Spiel wo es darum geht in sidescrollenden Stages alle Gegnerwellen zu verprügeln, bevor einem dieses Schicksal selber ereilt. Anders als viele andere Brawler beschränkt sich dieses Spiel jedoch auf eine strikte 2D-Ebene und verzichtet somit auf eine breitere Lauffläche. Ein Problem welches Power Rangers mit vielen anderen Brawlern teilt, ist die einseitige Gegner-Palette. Getreu der TV-Vorlage entpuppt sich der absolute Großteil der Feinde als Putty Patrollers, die hier zumindest noch in unterschiedlichen Farben auftreten dürfen, um deren Lebensenergie und Kampftechniken zu kennzeichnen. Graue Putties sind nach einem Schlag erledigt, Lilafarbene halten da schon mehr aus und Grüne greifen mit Sprungkicks an usw. Ab und zu gilt es auch mal lästige Flugroboter, Geschütztürme oder Spinnen zu verdreschen und die Bossgegner bieten natürlich auch Abwechslung, aber zu 90 % werden einem eben Putties entgegengeworfen.
Damit die Prügelei mangels Gegner-Variantenreichtum nicht allzu langweilig wird, werden ab der zweiten Area auch immer wieder Jump- und Geschicklichkeitspassagen eingebaut. Die Power Rangers können sich nicht nur an bestimmten Plattformen festhangeln oder herunterspringen, sondern sogar Wandsprünge vollführen, um besonders trickreiche Passagen zu meistern. Area 3 konfrontiert euch sogar mit lästigen Wasserabschnitten. Und wenn das noch nicht ausreicht gibt es auch ein paar fiese Fallen wie herabstürzende Kronleuchter und ähnliche Späße.

Der Clou sind jedoch die Areas 6 und 7. Hier wandelt sich das Spiel nämlich zu einem Beat 'em up, in dem man in die Rolle des Megazords (der Kampfmech der Power Rangers) schlüpft, um einem Möchtegern-Godzilla und rivalisierende Kampfroboter zu zerlegen. In diesen Levels fühlt sich das Spiel dann eher wie eine Art Street Fighter an, auch wenn freilich bei weitem nicht die Komplexität eines richtigen Beat 'em ups erreicht wird. Die Megazord-Kämpfe rangieren von knifflig über unschaffbar bis hin zu leicht. Je nachdem ob man ein bestimmtes Angriffsmuster ausnutzt oder nicht. Hält man die Steuerkreuztaste nach oben gedrückt ehe man zuschlägt, haut der Megazord nämlich besonders hart zu und kann den Kampf recht schnell für sich entscheiden. Wirklich fair fühlt sich das freilich nicht an, aber da man in der letzten Area gegen zwei Gegner hintereinander antreten muss, ist dies für die Meisten leider die einzige Möglichkeit das Spiel zu schaffen.
Hat man das Spiel dann durchgeschafft, bekommt man nach den Credits noch drei Passcodes für einen versteckten 2-Spieler-Modus spendiert. Hier darf man die Megazord-Kämpfe in einem Versus-Modus ausfechten, wo Spieler 1 den Megazord, und Spieler 2 dessen Kontrahenten übernimmt. Ein netter kleiner Bonus, der jedoch nicht über das Fehlen eines richtigen Zweispielermodus hinwegtäuschen kann.

Grafik und Sound
Die Grafik von Power Rangers ist etwas zwiespältig. So überzeugt sie einerseits durch ihre farbenfrohe Kolorierung, große Charaktersprites und liebevolle Animationen, langweilt aber andererseits durch unspektakuläre Ortschaften, eintöniges Gegnerdesign und ein paar ungeschickte grafische Umsetzungen einiger Charaktere (Billy sieht in diesem Spiel z.B. echt behämmert aus). Einige dieser Kritikpunkte sind jedoch teilweise durch das Grundmaterial zu entschuldigen, denn auch in der TV-Vorlage wird sich vornehmlich auf irgendwelchen Baustellen und Fabrikgeländen mit haufenweise gleich aussehenden Putties geprügelt. So gesehen kann man die Grafik also doch noch ganz knapp als „gut“ bezeichnen, da sie halt auf etwas verquere weise der TV-Vorlage treu bleibt.
Glücklicherweise bleibt auch der Soundtrack der TV-Vorlage treu. Vor allem die ikonische Ohrwurm-Titelmelodie wird hier 1 zu 1 wiedergegeben – und zwar inklusive Sprachsamples (Go Go Power Rangers)! Aber auch die restlichen Tracks gehen angenehm flott ins Gehör und sind spaßig anzuhören. Der prügellastige Spielablauf wird obendrein hervorragend durch die wuchtigen Geräuscheffekte unterstützt. Was die Akustik anbelangt hat das Spiel jedenfalls alles richtig gemacht. Super Leistung!



Für zwischendurch ganz witzig – auch dann, wenn man mit der Vorlage nichts anfangen kann
Power Rangers ist ein nettes kleines Prügelspiel für zwischendurch. Es ist leider nichts was einen lange beschäftigen wird, dafür sind die sieben Level – Pardon ich meine natürlich Areas – einfach viel zu schnell durchgespielt. Dafür ist es aber umso beeindruckender, wie viel Abwechslungsreichtum man hier reingepackt hat. Zwar krankt das Spiel, wie alle Brawler, unter einem sehr eintönigen Gegnerdesign, aber dafür gibt es zur Abwechslung ein paar nette Jump-Einlagen. Und die letzten beiden Stages entpuppen sich als witzige Megazord Beat 'em up-Variante. Wer das Game günstig auf dem Flohmarkt einsackt, macht jedenfalls nichts falsch. Sammlerpreise ist es hingegen höchsten für harte Power Rangers-Fans wert.



Grafik:
Grafisch wirkt das Spiel etwas zwiegespalten. Ich mag die bunte Farbwahl, die großen Charaktersprites und deren Animationen. Die Ortschaften richten sich leider zu sehr an die TV-Vorlage, welche ihre Kampfszenen aus Kostengründen sehr gerne in Baugruben und Baustellen stattfinden lässt. Und die Putty-Gegnerhorden werden mit der Zeit verdammt eintönig. Manchmal ist es einfach besser, wenn man sich nicht zu eng an die Vorlage hält. Auch die Charaktersprites von Billy und Zack wirken etwas unglücklich.

Sound:
Die Schlag- und Trittlaute klingen angemessen kraftvoll und lassen die Kämpfe somit befriedigender wirken.

Musik:
Alleine die gekonnte Umsetzung der ikonische Power Rangers-Titelmelodie rechtfertigt die hohe Wertung (inklusive hochwertiger Sprachsamples!). Darüber hinaus können aber auch die anderen Musikstücke überzeugen.

Gameplay:
Ein routinierter Brawler der sich auf eine strikte 2D-Perspektive beschränkt und kleinere Jump-Passagen zur Auflockerung einbaut. Die Krönung sind die beiden Megazord-Beat'em Up-Level.

Dauerspaß:
Obwohl das Spiel nur 7 Levels/Areas bietet und somit recht kurz ausfällt, sollte man den Wiederspielwert nicht unterschätzen. Dank fünf verschiedener Ranger, die sich auch unterschiedlich spielen, sowie eines versteckten 2-Spieler Versus-Kampfmodus, könnte man durchaus länger an diesem Modul dransitzen, als man denken mag.

Fazit:
Für einen Prügler ist Mighty Morphin Power Rangers überraschend abwechslungsreich. Die sieben Stages sind leider zu schnell durchgespielt und das Gegnerdesign viel zu eintönig. Die audiovisuelle Präsentation kann größtenteils überzeugen. Zwar kein großer Wurf aber zum günstigen Preis sicherlich empfehlenswert - und zwar nicht nur für Power Rangers-Fans.

Grafik: 7
Sound: 7.5
Musik: 9
Gameplay: 7
Dauerspaß: 7.5
Gesamtwertung 7.2