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Yogi Bear's Cartoon Capers

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Reviewautor: Horst_Sergio
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Genre: Jump and Run
Größe: 8 Mbit
Vertrieben von: Empire Interactive
Entwickler: Blue Turtle
Spieler: 1
Level: 5 Welten á 4 Level
Schwierigkeitsgrade: 1, leicht
Features: gähnende Leere

"WIIIILLLLMMMAAAA"

... ach halt, das war wer anders. Dann eben: "Wenn die vermaledeiten Gören und dieser Köter nicht gewesen wären..." Auch nicht? Tja, dann wird die Auswahl ja langsam eng, was!? Die Helden aus Cartoons und Comics waren schon immer ein Garant, auch mittelmäßige Spiele gewinnbringend zu vermarkten. Blue Turtle lässt mit "Yogi Bear" eine der beliebtesten Hanna-Barbera-Figuren von der Leine. Der Zusatz "Cartoon Capers" im Titel des Spiels prangt übrigens nur auf der europäischen Verpackung. Bei den Amerikaners nennt es sich "The Adventures Of Yogi Bear". Die Japaner haben sich stattdessen schlicht mit "Yogi Bear" begnügt. Dort erschien das Spiel allerdings erst im Jahr 1995, während sich die westliche Welt bereits Ende '94 auf den Titel stürzen durfte. Der gefräßige Bär und sein kleiner Kumpel Boo Boo machen in der Zeichentrickserie dem Parkranger Smith das Leben schwer, indem sie die Besucher des Jellystoneparks erschrecken und ihnen die Picknick-Körbe randvoll mit Sandwiches und allerlei anderen Leckereien klauen. Im Spiel bleibt von dieser Grundidee nichts übrig. Es gibt keine Parkbesucher und auch Ranger Smith taucht nirgends auf.

Yogi Bear's Cartoon Capers ist ein Jump 'n Run ohne großartige Höhen und Tiefen. Yogi erwacht aus dem Winterschlaf und erkennt, dass der Jellystonepark in Gefahr ist. In der Ferne machen sich Baugerüste breit; scheinbar soll der Park einer Ansammlung von Wolkenkratzern oder Fabriken weichen. Wieso und warum erfährt der Spieler nicht, aber so stehts kurz und knapp in der Anleitung. Um den Bau zu stoppen, begibt sich der Bär auf die lange Reise durch den Park. Und die Reise ist wirklich lang, denn fünf verschiedene Areale mit je vier, recht umfangreichen Abschnitten wollen gemeistert werden - das Ganze auch bitte am Stück und in einer Sitzung, denn Passwörter oder gar einen Batteriespeicher gibt es nicht. An sich ist es kein Problem, das Game am Stück durchzuspielen, denn sonderlich schwer ist es nicht. Trotzdem wäre bereits die Hälfte der Stages vollkommen ausreichend gewesen. Tatsache ist, dass im Spielverlauf kaum Abwechslung aufkommt. Die fünf Areale sehen grundsätzlich anders aus und haben auch spielerische Eigenarten, dennoch beschränkt sich das Gameplay darauf, in jedem Level bis zu 100 Picknick-Körbe, sowie 100 Taschenuhren einsammeln und je 100 levelspezifische Items checkpointartig zu aktivieren, um einen bestmöglichen Highscore zu erreichen. Klar ist es ein wenig verzwickt, alle Körbe zu erwischen, zumal man sie nicht direkt einsammelt, sondern draufspringt. Quasi Marios Fragezeichenblock, nur umgekehrt. Das ergibt zwar wenig Sinn, hält wiederum aber für manch luftige Hüpferei her. Die Summe der eingesammelten Taschenuhren hingegen ist gleichzeitig der Zählerstand für die jeweiligen Bonusrunden, von denen es in jedem Level eine gibt - eine Traumsequenz, in der man aber auch bloß Punkte sammelt.

Ernüchtert stellt man fest, dass die Punkte einem dauerhaft nichts bringen. In anderen Spielen erhält man für gesammelte Items Extraleben oder Powerups. In Yogi Bear's Cartoon Capers bekommt man nichts dergleichen. Man hat drei Leben und danach ist Schluss. Es gibt auch keine Bossfights. Das Spiel begnügt sich bereits mit 20 großen Stages - vollstopft mit nahezu harmlosen Gegnern und haufenweise Sammelkrams. Doof nur, dass man nach spätestens 10 dieser Level keinen Sinn mehr darin sieht, weitere Punkte zu sammeln und das Game eigentlich nur noch zuende bringen möchte. Ohne jegliche Belohnungen oder Herausforderungen stellt sich natürlich bald Langeweile ein, zumal es zwischen den einzelnen Arealen außer der Weltkarte nichts zu sehen und zu erleben gibt. Und nicht nur das: Keine Passwörter, keine Speichermöglichkeit, nicht mal ein Optionsmenü wurde dem Spiel spendiert. Somit bleibt auch der Schwierigkeitsgrad stets niedrig und nahezu anspruchslos. Ebenso hätte man ja einen zweiten Spieler in die Haut von Boo Boo schlüpfen lassen können. Hätte, hätte, hätte - aaaber: NÖ! Dabei ist das Design ja eigentlich ganz nett. Die Grafik ist stimmig. Die Level sehen malerisch aus und Yogi Bear ist ziemlich gut animiert. Es geht in den verschneiten Bergen los, durch lauschige Wälder mit Seen und Höhlen. Nur in der letzten Welt haben es die Designer ein wenig mit Rohren und sonstigem Zeugs übertrieben, das im Vordergrund platziert wurde und einem absichtlich die Sicht raubt. Die Musik lehnt sich an typische Big Band Sounds und Jazz-Arrangements, wie man sie aus diesen älteren Serien kennt. Die Steuerung ist nicht ganz präzise, aber dennoch schafft man es ohne große Probleme ins Ziel.


BEWERTUNG

Grafik
Ohne großartige Nutzung möglicher Effekte bleibt zumindest eine stimmige Optik und putziges Gegnerdesign bestehen. Yogi selbst ist ziemlich gut animiert.

Musik
Die Musik ist einwandfrei gelungen, der kauzige Stil der Kompositionen passt ganz gut auf den schrulligen Hauptprotagonisten.

Sound
Die Effekte sind eher mittelprächtig.

Gameplay
Yogi reagiert mitunter ein wenig träge, lässt sich aber trotzdem passabel durch die Level dirigieren. Seine Aktionen sind sehr minimalistisch. Laufen und hüpfen, mehr gibts nicht. Als Jump 'n Run funktioniert das Game zwar sehr gut, die Level sind jedoch viel zu groß und zu zahlreich und warten mit zu wenig Abwechslung auf. Selbst an Einstellungsmöglichkeiten wurde gespart.

Spielspaß
Anfänglich macht die Jagd auf insgesamt 300 Items pro Stage ja noch Laune. Doof ist nur, dass es keinerlei Genugtuung gibt, die diese Sammelorgie rechtfertigt. Die Motivation lässt ziemlich schnell nach. Vom Flair und der grundsätzlichen Story der Cartoons ist kaum etwas spürbar.

Fazit
Yogi Bear richtet sich eher an die jüngeren Spieler und das nicht nur aufgrund der Aufmachung. Die Stages sind zahlreich und riesig, aber alles andere als abwechslungsreich oder anspruchsvoll. Schnell macht sich Langeweile breit. Ein vergleichbares Jump 'n Run wie Mr. Nutz hat da ganz klar die Nase vorn.

Grafik: 7
Sound: 5
Musik: 7
Gameplay: 5
Dauerspaß: 4
Gesamtwertung 5