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Rap Jam: Volume One

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Autor Ark
Genre Sport
Größe 16 MBit
Publisher Motown Games / Mandingo Entertainment
Entwickler 64 WD Creation / Motown Software
Spieler 1-2
Level 12 Spiele im Turniermodus
Schwierigkeitsgrad einfach bis mittel
Features Man wählt 90er Jahre Rapper als Spielcharakter
Rap Jam: Volume One ist ein Basketballspiel mit echten Rappern. Bevor sich Rap- und Basketball-Enthusiasten nun freuen, sollte man lieber vorab erwähnen, dass das Spiel von den selben Entwicklern gemacht wurde, die auch bereits vorher für Bebe’s Kids verantwortlich waren, welches viele ja allzu gerne in ihre „schlechteste SNES Spiele“-Listen aufnehmen. Aber es heißt ja, dass man aus Fehlern lernt, so dass das zweite Spiel von Motown Software ja besser sein könnte! Aber ich würde nicht darauf wetten…

Im Spiel geht es darum, dass man Straßen-Basketball spielt, um sowohl Geld als auch eine Rolle in einem Rap-Video zu gewinnen. Gespielt wird das Spiel fast ohne jede Regel. Das heißt, es gibt keine wirklichen Fouls und es geht rauer zur Sache, man kann seine Gegner also einfach wegschubsen und auf den Boden werfen, ohne dass es Konsequenzen hat.

Berühmte Sänger aus Rap und Hip Hop

Das Besondere an dem Spiel ist, dass man nicht irgendwelche Basketballer spielt, sondern echte Berühmtheiten aus der damaligen 90er Jahre Hip Hop und Rap Szene. Man kann eine Person als Spieler und bis zu zwei als CPU-Partner wählen (falls man nicht zu zweit spielt). Zur Auswahl stehen unter anderem LL Cool J, YoYo, Coolio, House of Pain (Everlast), Naughty by Nature (Treach), Queen Latifah, Public Enemy (Flavor), Warren G oder Onyx (Sticky Fingaz). Schade ist, dass einige wesentliche bekanntere Namen wie Tupac, Ice Cube, Notorious Big etc. fehlen, vermutlich hatte dies aber lizenzrechtliche Gründe.

Alle nur Zwillinge und Drillinge oder was?
Jetzt kommt aber etwas, was wirklich schade (und auch faul von den Entwicklern ist): Die Rapper sehen nur auf ihren Fotos wie die echten Rapper aus. Im Spiel dagegen, also die Charakter-Sprites, sehen ihnen nun gar nicht mehr ähnlich. Ja ich weiß, gerade ein Gesicht ist unheimlich schwierig darzustellen, aber war es denn so schwer gewesen, wenigstens die teilweise markanten Frisuren der Rapper zu verwenden? Oder ihre Lieblings-Outfits?
Man sieht einfach nur Charaktere, die kaum noch mit der gewählten Person etwas zu tun haben, aber das Beste kommt noch: Die meisten Charaktere sehen exakt gleich aus, ganz gleich, wen man wählt!! Wenn ich z.B. Coolio und LL Cool J wähle, haben beide fast den selben Charakter-Sprite. Beide haben grüne Shorts und ein rotes T-Shirt, beide haben die exakt gleichen Animationen und beide haben denselben Kopf, der einzige Unterschied ist die Hautfarbe, die ein kleeeeein wenig dunkler bei dem einen ist und der andere eine leeeeeicht hellere Haarfarbe hat. Und sowas kommt bei den meisten Charakteren vor. Bei bestimmten Team-Konstellationen kann es daher durchaus vorkommen, dass alle Spieler in einem Team gleich aussehen!

Das sieht nicht nur dämlich aus, sondern verwirrt auch den Spieler, denn man kann nur seinen eigenen Charakter steuern, die anderen beiden werden komplett von der CPU übernommen. Und da auf dem eigenen Charakter kein Pfeil oder sonstiger Indikator über der Kopf schwebt um anzuzeigen, welcher der Charaktere der Spieler ist, kann es auf dem Spielfeld chaotisch zugehen. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen ist es auch noch so, dass die Kamera NICHT am Spieler zentriert ist, sondern am Ball. Gut, dass ist vielleicht bei den meisten Spielen so, aber wenn der Ball ständig schnell hin und hergeworfen wird, ohne dass man den Ball selbst besitzt, muss man erst einmal seinen Spieler wiederfinden, vor allem dann, wenn er außer Sicht ist und man nicht sofort weiß, wohin man laufen muss, damit er wieder ins Bild kommt.

Abwechslungsreiche Basketballplätze
Auch wenn die Grafik jetzt nicht so viel hermacht, so muss gesagt werden, dass die Plätze, auf denen gespielt wird, immerhin recht abwechslungsreich ausgefallen sind. Man spielt auf Basketballplätzen zwischen Häuserschluchten; auf typisch amerikanischen Plätzen im Park; einem Lager; am Meer und einem Ghetto-/Gangsterplatz. Das sorgt für ein richtiges „Straßen-Ghetto-Feeling“, die man vielleicht vor allem aus 80er und 90er Jahre Filmen kennt, die in den USA spielen. Dann könnten sogar Erinnerungen an so coole Filme wie „Weiße Jungs bringen’s nicht!“ aufkommen.

Wenig Kontrolle und Button Mashing

Das man nur seinen eigenen Charakter auf dem Spielfeld steuern kann, schrieb ich bereits oben. Nun ist es aber auch so, dass man recht wenige Aktionen zur Verfügung hat. Im Grunde gibt es nur zwei Buttons für Körbe werfen, einen zum Schlagen bzw. Anrempeln und einen zum Pass-Spiele, wobei letzterer nicht empfehlenswert ist, da beim Pass Spielen fast immer der Gegner den Ball bekommt. Es sei denn, man schafft es irgendwie, den Ball auf eine feurige Art und Weise abzuspielen, so dass sich der Ball in einen Feuerball verwandelt und schneller beim anderen Spieler landet.

Nett sind immerhin die Art der Körbe, die man werfen kann. Denn neben einfachen Wurftechniken kann man den Ball beim Abprallen immerhin noch abfangen und beispielsweise mit einem Slam Dunk ins Korb befördern. Diese Moves wollen gelernt sein, so dass normale Spieler, die sich nicht viel mit dem Spiel beschäftigen, diese Moves eher zufällig auslösen mit Hilfe von Button Mashing, also wenn man einfach „irgendwie irgendwelche“ Buttons drückt.

Wegen den erwähnten negativen „Features“ spielt sich das Spiel daher recht zäh, so dass schnell Langeweile aufkommt. Daher werden die meisten, die das Spiel einfach nur mal durchgespielt haben möchten, vermutlich die kürzeste Spielzeit (3 Minuten) pro Match einstellen, oder sogar die benötigte Punktezahl zum gewinnen auf 20 begrenzen, da dies noch schneller zu erreichen ist. Und wenn man schon vom Ende eines Matches redet: Das Spiel hört nach abgelaufener Zeit oder erreichter Punktezahl abrupt auf und blendet ab, das heißt, man sieht wie alles stehen bleibt, egal ob der Ball und die Spieler noch in der Luft sind oder sonst was. Es gibt keine Siegesanimationen oder ähnliches. Gerade bei einem Gangster-Style Spiel mit Rappern hätte man hier diverse Tanzmoves einfügen können, was dem Spiel einen coolen Touch gegeben hätte.

Besonderes:
Das Spiel war das zweite Spiel der Entwickler (Motown), welches nach dem Release damals genau wie das erste Spiel kläglich gescheitert ist und recht niedrige Bewertungen bekommen hat. Das erste Spiel war übrigens Bebe’s Kids! Kein Wunder, dass die Entwickler danach kein weiteres Spiel mehr programmiert haben. Das ist eigentlich schade, weil die Absicht von Motown es war, den Fokus in ihren Spielen auf die afrikanisch-amerikanische Bevölkerung zu legen und damit mehr dunkelhäutige Menschen in Medien in den Vordergrund zu rücken.


BEWERTUNG


Grafik:
Während die Hintergründe der Basketballfelder noch in Ordnung gehen (aber dennoch besser hätten aussehen können), hat man sich bei den Charakteren scheinbar weniger Mühe gegeben. Während die Charakter-Portraits noch gut aussehen, sind die Ingame-Charaktere fast schon generisch und sehen sich einander zudem auch noch recht ähnlich.

Sound:
Der Sound ist ganz okay, teilweise hören sich einige Sound sogar recht gut an, wie die Ballgeräusche oder das metallische Knallen des Balles gegen den Basketballständer.

Musik:
Oh, die Musik hört sich ja echt cool an, so richtig 90er Jahre Rap-Tunes im Menü. Und zwar NUR IM MENÜ, AAAAAAAAAAARGH!!!! Im Spiel selbst ertönt keine einzige Musik mehr und das kann man auch nicht einstellen. Wie doof muss man sein, ein Spiel, dass nicht nur Sport sondern auch die Musik als Thema hat, so zu programmieren, dass im eigentlichen Spiel keine Musik mehr klingt? Das ist mehr als bescheuert!

Gameplay:
Die Steuerung ist eher mäßig. Zwar bewegen sich die Figuren auf Knopfdruck, aber es gibt vergleichsweise wenige Moves und die Bewegung der Charaktere scheint nicht so flüssig zu sein. Man hätte auch mehr Special Moves einbauen können, um dem Spiel mehr pepp zu geben. Dazu hat man manchmal Schwierigkeiten, seinen Charakter auf die Schnelle zu finden, vor allem, wenn Figuren im Feld sind, die alle gleich aussehen.

Dauerspaß:

Viel wird nicht geboten, es gibt einen Championship-Modus (Turnier) mit 12 Spielen an 5 unterschiedlichen Orten sowie einen Challenge-Modus, was einfach nur einzelne Spiele für zwischendurch sind. Jeden Modus kann man auch zu zweit Spielen, was eventuell ein klein wenig mehr Spaß macht, aber allgemein ist das Spiel recht öde und langweilig, so dass man keine längeren Sessionen aushält.

Fazit:
Obwohl es sich recht interessant anhört, Basketball ohne Regeln mit Rappern und Hip Hoppern zu spielen, ist die Umsetzung recht missglückt, so dass ein fast schon generisches Basketballspiel der lahmen Sorte herausgekommen ist, dass auch zu zweit nicht besonders viel Spaß macht.

Wertung

Grafik 4
Sound 6
Musik 2
Gameplay 4
Dauerspaß 3
Gesamtwertung 3.8