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Steel Talons

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Info

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Autor Ark
Genre Action
Größe 4 MBit
Publisher Atari / Left Field Entertainment
Entwickler Panoramic
Spieler 1-2
Level 12
Schwierigkeitsgrad mittel
Features Passwörter
In den 90er Jahren gab es noch Acradehallen, wo man diverse Spiele zocken konnte und wo die Automaten um einiges leistungsfähiger als Heimkonsolen waren. Viele dieser Spiele wurden trotzdem für die Heimkonsolen umgesetzt, allerdings mangels Technik nicht immer sehr erfolgreich, vor allem wenn das Spiel zudem ein 3D Spiel war.

Steel Talons ist ein Kriegsspiel, wo man mit einem Kampfhubschrauber diverse Missionen erfüllen muss. Das Besondere an dem Spiel ist, dass das ganze Spiel in 3D erstellt wurde, das heißt die gesamte Grafik (mit Ausnahme des HUD) besteht aus Polygonen, selbst der Boden wurde aus Polygonen erstellt. Daher mag die Grafik einem heutzutage etwas klobig erscheinen, vor allem wenn man solche Spiele mit echter Polygon-Grafik mit anderen SNES Spielen vergleicht, die stattdessen vorgerenderte Sprites hatten, wie die „Strike“-Serie, welche ebenfalls Kampfhubschrauber-Spiele auf dem SNES waren, z.B. Jungle Strike.

Detailarmut und Dia-Show
Polygone bzw. 3D Spiele waren damals neu und sicher aufregend, hatten aber auf Heimkonsolen, die wesentlich weniger Leistung als Arcade-Automaten hatten, mehrere Nachteile, die man nicht ignorieren konnte, auch damals schon nicht. Zum einen mussten die Polygonmodelle extrem einfach gehalten werden und hatten daher auch keine Details, damit sie überhaupt auf dem SNES lauffähig waren.
Zum anderen reichte die Leistung trotzdem nicht aus, so dass das Spiel dermaßen langsam lief, dass es, etwas fies ausgedrückt, im Grunde wie eine schnellere Dia-Show war. Auch bei Steel Talons hat man daher kein flüssiges Gameplay, da man sich eher stockend durch die Landschaft bewegt, was nicht nur für die Augen sehr anstrengend ist, sondern dies auch ziemlich den Spielspaß herunterschraubt.

Schwankende Steuerung

Die Steuerung des Helikopters ist ebenfalls eine kleine Herausforderung an sich. Es mag vielleicht realistisch sein, wenn der Heli beim Wenden einen großen Bogen fliegt und vor allem noch in die zuvor geflogene Richtung schwankt, bevor man wieder in die andere Richtung wenden kann, allerdings erschwert dies das Spiel, da man sowohl ständig unter Zeitdruck steht als auch der stockende Gameplay einen nervt. Dazu kommt, dass man die Steuerung nicht nach eigenen Vorlieben anpassen kann und damit leben muss, was das Spiel einem vorgibt. Man kann sich frei in alle Richtungen bewegen, wobei es zwei Arten der Lenkung gibt. Mit dem Steuerkreuz lenkt man feiner und damit langsamer ein, was die empfehlenswerte Steuerung ist, da man mit dem L- oder R-Button in einem größeren Bogen lenkt und damit meist das Ziel aus den Augen verlieren kann. Zudem gibt es natürlich noch eine Höhensteuerung, wobei es eigentlich immer ausreicht, auf der höchstmöglichen Höhe zu fliegen, da man sonst schnell gegen Objekte crashen könnte.
Oh, vor dem Spielstart kann man die Steuerung sogar noch auf „realistisch“ einstellen, was die Steuerung des Helis noch um einiges schwieriger und frustrierender macht, da er dann heftiger zur Seite neigt bzw. driftet! Und bei einem langsam ablaufenden, stockendem Gameplay ist dies dann besonders nervend.

Lose Missionen in einer langweiligen Landschaft
Im Spiel gibt es 12 Missionen, die nicht zusammenhängend sind und welche zumeist recht ähnlich aufgebaut sind. Es gilt oft, eine vorgegebene Anzahl an Feinden zu eliminieren. Diese sieht man auf der Minimap, was auch gut ist, da die Sichtweite begrenzt ist und die Feinde erst ziemlich aus der Nähe sichtbar werden. Eigenartigerweise schießen die meisten Gegner am Boden erst dann, wenn man wendet, fliegt man stattdessen auf sie zu, wird man meist nicht getroffen (außer es ist ein Abwehrgeschütz, diese greifen einen direkt von vorne an). Feindliche Helikopter und Jets greifen allerdings durchaus von vorne oder auch von hinten an.

Die Missionen spielen sich fast alle gleich. Dazu kommt, das auch die Landschaft der Missionen allesamt beinahe gleich aussehen und somit auch optisch wenig geboten wird. Ständig hat man eine grüne oder gelbe Landschaft mit Pyramidenartigen Strukturen und einigen wenigen Straßen vor sich und das war’s auch schon. In manchen Missionen ist es nachts, und in zwei Missionen muss man durch ein Gebirge fliegen und einem Flussverlauf folgen, aber das war auch schon die einzige Ausnahme.

Zeitdruck
Der recht langsame Spielablauf ist schon nervig genug, man muss die Missionen aber auch in einer bestimmten Zeit beenden. Dummerweise wird vorher nicht angezeigt, was die Maximalzeit sein darf und der Timer im Spiel zählt nicht rückwärts auf Null, so dass man sehen könnte, wie viel Zeit einem noch bleibt, sondern geht immer weiter. Erst nach Abschluss des Levels sieht man, in welcher Zeit die Mission hätte beendet werden sollen und ob man auch dementsprechend geschafft hat, oder nicht. Die zwei Missionen, wo man durch ein Gebirge fliegen muss, ist auf Grund der schwerfälligen Steuerung und unter Zeitdruck besonders nervig, da man immer wieder gegen einen Felsen oder Berg crasht. Passiert dies, verliert man einen Großteil an Treibstoff, was hier in diesem Spiel die Lebensenergie darstellt. Ist der Treibstoff alle, wird er automatisch aufgefüllt, wenn man Reserven hat. Im Grunde stellen diese Reserven also die Extra-Leben dar, nur mit dem Unterschied, dass das Spiel nicht unterbrochen wird, wenn man ein „Leben“ verliert. Hat man allerdings keine Reserven mehr, ist das Spiel vorbei.

Der sinnloseste Zweispielermodus, den es gibt
Man kann das Spiel auch zu zweit spielen. Hier spielt man kooperativ gemeinsam, das heißt Spieler 1 steuert den Heli und Spieler 2 den Fadenkreuz, er ist also der Bordschütze. Dumm nur, dass Spieler 1 erstens ebenfalls die Geschütze abfeuern kann und zweitens ein Zielen von Spieler 2 nicht mal notwendig ist, da das Fadenkreuz automatisch zum nächsten Gegner springt und an ihm anvisiert bleibt, wenn man sich dem Gegner nähert. Der zweite Spieler hat also rein gar nichts zu tun!

Besonderes:
Das Spiel ist ein Arcade-Port. Auf einem Automaten lief das Spiel natürlich wesentlich besser wegen der höheren Leistung, zusätzlich war auch die Steuerung viel besser, da man bei den Geräten auch Pedale zur Steuerung des Helis hatte, weil man eine möglichst realistische Steuerung des Helis haben wollte.


BEWERTUNG


Grafik:
Auch wenn eine echte 3D Grafik auf Heimkonsolen damals beeindruckend war, so hatten diese alle dieselben Nachteile auf Konsolen: Sehr geringe Auflösung, sehr geringe Details und ein extrem ruckelnder Spielfluss. Dazu kommt eine sehr detailarme Landschaft, die in fast allen Missionen gleich aussieht und fast keine Abwechslung bietet. Schön anzusehen ist die Grafik daher gar nicht.

Sound:
Der Sound ist okay, man hat einfache Schussgeräusche, die Raketen hören sich wie bei den meisten anderen Spielen zischend an und der Helikopter klingt nicht schlecht. Gut gemacht ist auch die Sprachausgabe, die vor jeder Mission kurz erklingt.

Musik:
Die Musik hätte gut sein können, hat allerdings zu wenig Abwechslung, da alle Stücke in jeder Mission fast gleich sind und sich höchstens mal im Rhythmus oder den Beats ändern. Dazu kommt, dass jedes Stück gerade mal sechs oder sieben Sekunden lang ist und sich danach im Loop wiederholt.

Gameplay:
Die Steuerung ist schwerfällig, es gibt kein flüssiges Gameplay, man steht unter Zeitdruck und die meisten Missionen spielen sich gleich. Schade ist auch, dass man keine richtige Missionsbeschreibung hat, keinen richtigen Abschluss einer Mission bekommt bzw. keine echte Story hat sondern einfach nur eine Mission nach der anderen spielt.

Dauerspaß:
Die meisten Missionen spielen sich ziemlich gleich und selbst die Umgebung bietet wenig Abwechslung. Da man keine richtige Story hat und die Level wie erwähnt praktisch allesamt sehr ähnlich aussehen, fängt das Spiel nach der dritten oder vierten Mission an, allmählich zu langweilen, so dass man nicht unbedingt gewillt ist, weiterzuspielen.

Fazit:
Auf dem ersten Blick sieht das Spiel wegen der 3D Optik vielleicht sehr interessant aus, aber sobald man abhebt und anfängt, schneller zu fliegen und zu wenden, sieht man, wie sehr das SNES ausgelastet wird und das Spiel dementsprechend langsam abläuft. Das zieht den Spielspaß runter, da man so kein besonders flüssiges Gameplay hat. Doch selbst wenn das Spiel flüssiger laufen würde, würden einem die monotonen Missionen und der Detailarmut im Spiel auf die Nerven gehen, und das ist schade, da Steel Talons ansonsten echt viel Potential gehabt hätte. Wer aber Heli-Action sucht, sollte sich doch lieber die „Strike“-Spiele anschauen, insbesondere Jungle Strike, auch wenn diese Spiele schwieriger sind als dieses hier. Und wenn das Spiel auch in 2D sein darf, dann ist auch Choplifter III sehr empfehlenswert.

Wertung

Grafik 3
Sound 7
Musik 7
Gameplay 4
Dauerspaß 4
Gesamtwertung 4.5